120 Stunden-Kurs für industrielle Anwender der Klebtechnik mit anleitender Funktion
Um aus den Vorteilen der Klebtechnik auch in der industriellen Praxis Wettbewerbsvorsprünge zu realisieren, bedarf es einer fachgerechten Anwendung durch qualifiziertes Personal. Fachleute müssen die Besonderheiten der Fügetechnik Kleben kennen und verstehen.
Das Fraunhofer IFAM bietet daher sowohl Präsenz- als auch Online (Blended-Learning)-Kurse zur »Klebfachkraft« an. Diese Kurse erlauben es Meistern des Handwerks oder der Industrie, Technikern oder betrieblichen Facharbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung und anleitender Funktion, ihre qualifizierte technische Ausbildung um fundierte Kenntnisse im Bereich Klebtechnik zu erweitern.
NACH RICHTLINIEN DVS® / EWF 3309 UND EWF 662 — LEHRGANG WIRD NACH DIN 2304, DIN 6701 UND TL A-0023 ANERKANNT
| Dauer | 120 Std. (Mit unterschiedlichen Schwerpunkten) |
| Lehrgangs- gebühren |
Teilnahmegebühr: 5910 € Prüfungsgebühr: 645 € |
| Englischsprachige Lehrgänge |
Wenn Sie diesen Kurs in englischer Sprache buchen möchten, dann besuchen Sie bitte unsere European Adhesive Specialist Webpage. |
| Inhalte | Grundlagen, Klebstoffe, Fügeteilwerkstoffe, Oberflächenbehandlung, Klebschichteigenschaften, Prüftechnik, Arbeitssicherheit und Umweltschutz |
| Zugangs- voraussetzungen |
Beherrschung der Unterrichtssprache und abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium |
| Vorkurs | Der computergestützte Vorkurs behandelt Themen des Lehrgangs und wird jedem Teilnehmer vorab als Angebot online zur Verfügung gestellt. Das Lernprogramm ist entwickelt worden, um den Teilnehmern den Einstieg in die Theorie zu erleichtern und vorhandene Kenntnisse aufzufrischen. Diese moderne Vorbereitungsmethode ist zeit- und ortsunabhängig und ermöglicht eine an die individuellen Lernbedürfnisse angepasste Form der Vorbereitung auf die Präsenzphase. |
| Prüfungen | Jede Lehrgangswoche schließt mit einer schriftlichen Zwischenprüfung ab. Die praktische Prüfung findet in der zweiten Kurswoche statt. Der Gesamtlehrgang inklusive Abschlussprüfung muss innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten abgelegt werden, wobei die Voraussetzung für die Zulassung die regelmäßige Kursteilnahme ist. |
| Zertifizierung und Akkreditierung |
DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO/IEC 17025, DIN EN ISO/IEC 17024 |
| Anerkennung | Nach Richtlinien DVS® / EWF 3309 und EWF 662 — Lehrgang wird nach DIN 2304, DIN 6701 und TL A-0023 anerkannt. |
| Branchen | Schienenfahrzeugbau, Automotiv, Maschinen-und Anlagenbau, Transportmittelbau, Windkraft und andere |
Grundlagen
Der Lehrgang beginnt mit einer Einführung in die Grundlagen der Klebtechnik. Dabei werden die Vorteile und die Grenzen der Fügetechnik »Kleben« mit denen anderer Verbindungstechniken verglichen und ein Grundverständnis für die prinzipielle Funktionsweise von Klebstoffen sowie deren Eigenschaften geschaffen. Die herausragende Stellung der Benetzung für das Ergebnis des Klebprozesses und ihre Beeinflussung durch eine Vielzahl von Parametern stehen dabei im Vordergrund.
Klebstoffe
Allein auf dem deutschen Klebstoffmarkt gibt es Tausende verschiedener Produkte. Die Palette reicht dabei von elastisch weichen Polyurethanen bis hin zu den hochfesten Epoxidharzen. Die Teilnehmer lernen die für die betriebliche Praxis wichtigsten Klebstoffarten kennen, erhalten einen Einblick in deren Eigenschaften und Unterschiede. Die Hinweise zur Verarbeitung – unterstützt durch den praktischen Umgang mit den verschiedenen Klebstofftypen – sind wichtiger Bestandteil der ersten Lehrgangswoche.
Fügeteilwerkstoffe
Der Kurs vermittelt Kenntnisse über den Aufbau und das Verhalten der Fügeteilwerkstoffe bei der Einwirkung von äußeren Kräften und Umwelteinflüssen. Dies hilft den Teilnehmern, Verformungen und Eigenschaftsänderungen des Klebschichten abzuschätzen, und leitet direkt zu den sich daraus ergebenden Anforderungen an die werkstoffspezifischen Oberflächenbehandlungen über.
Oberflächenbehandlung
Die Bedeutung des Zustands der Fügeteiloberflächen für den Klebprozess ist ein weiteres Thema des Klebfachkraftlehrgangs. In Theorie und Praxis werden den Teilnehmern die wichtigsten Methoden der Oberflächenbehandlung für verschiedene Werkstoffe nähergebracht. Dies reicht von der Reinigung der Fügeteiloberflächen über mechanische, physikalische und chemische Verfahren der Vorbehandlung bis hin zum Einsatz von Primern und Haftvermittlern.
Klebschichteigenschaften
Um die Eignung von Klebstoffen für ein bestimmtes Einsatzgebiet zu beurteilen, ist die Betrachtung des Verformungsverhaltens notwendig. Umgekehrt wiederum setzen die Faktoren, welche das Verformungsverhalten bestimmen, häufig die Grenzen für den Einsatz eines bestimmten Klebstoffsystems. Füllstoffe und aufgenommene Feuchtigkeit können das Verformungsverhalten ebenso beeinflussen wie die Temperatur und die Klebschichtdicke.
Prüftechnik
Qualität in der Klebtechnik bedeutet weit mehr als eine hohe Verbundfestigkeit nach der Aushärtung. Ebenso wichtige Faktoren sind Reproduzierbarkeit und Langzeitbeständigkeit. Die Notwendigkeit zerstörender Prüfverfahren zur Bestimmung der Qualität von Verbindungen wird anhand von Proben, die während des Lehrgangs von den Teilnehmern selbst angefertigt werden, demonstriert. Dabei werden die Grenzen der Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Normversuchen auf das reale Bauteil deutlich.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
»Nicht-Wissen« ist eine Hauptursache von Arbeitsunfällen. Der sachgerechte Umgang mit Klebstoffsystemen setzt daher ein umfangreiches Grundwissen über das spezifische Gefährdungspotenzial der eingesetzten Produkte voraus. Das gilt nicht nur für die Klebstoffe selbst, sondern auch für viele Hilfsstoffe, die zum Einsatz kommen.
Einzelne Veranstaltungen dieser Gruppe
Woche 1 (EAS-HB-2-26)
24.08. – 28.08.2026
Woche 2 (EAS-HB-2-26)
07.09. – 11.09.2026
Woche 3 (EAS-HB-2-26)
21.09. – 25.09.2026

